Bauanleitung günstige Übergangsarena

Hier findet Ihr eine Bauanleitung für wirklich Günstige Arenen die hervorragend für Gründungskolonien oder noch sehr kleine Kolonien geeignet sind. 

 

Vorweg:

Ich erwartete 2 Kolonien Lasius niger mit ca 10 bzw ca 20 Arbeiterinnen. Danach richtet sich diese Anleitung. Ggf müssen für andere Arten Anpassungen vorgenommen werden; diese Anleitung gilt als Inspiration und grober Wegweiser beim nachbauen! 😉

Meine Voraussetzungen für den Bau waren:

  • So günstig wie möglich
  • Dennoch hübsch anzusehen
  • Optionen für Deko zulassen
  • Möglichkeit zum Anschluss von Erweiterung / externes Nest
  • Nicht zu aufwendig in der Anfertigung
  • Gut zu transportieren wegen bevorstehendem Umzug

Meine Materialien:

  • Eine Kunstoffbox mit Deckel ( 4,95€ im Baumarkt)
  • Modell-gips ( kleiner Beutel im Baumarkt für 2,95€ )
  • Sand ( Kostenlos vor der Haustüre 😛 )
  • Dekoelemente (Draußen sammeln, oder wie in diesem Fall günstig kaufen)
  • Reagenzglas (Optional! Wenige Cents in der Apotheke – Achtung muss meist erst bestellt werden!)
  • Watte / Haargummi
  • Paraffinöl

 

Los geht es: 

 

Zunächst habe ich mir draußen zwei Hände voll Sand geschnappt und in einen sauberen, ausreichend großen Eimer geschmissen. Anschließend habe ich heißes Wasser auf den Sand gegeben. Ich begann also das Spülen des Sandes mit heißem Wasser um vor allem kleinste Lebewesen abzutöten. Mit kaltem Wasser aufgefüllt ließ sich der Sand wunderbar mit den Händen mischen, so dass sich auch kleinste Unreinheiten lockern konnten. Den Vorgang mit heißem Wasser habe ich drei mal wiederholt. Danach habe ich noch einige male mit kaltem Wasser gespült bis das Wasser beim vorsichtigen Abgießen immer klarer wurde. (Nein, das Wasser wird nicht ganz klar!)

20160601_121312
Sand in einen Eimer füllen und mit Wasser spülen
20160601_121331
Das Wasser wird nach einigen Wiederholungen immer Heller, jedoch nicht ganz klar!
20160601_121316
Heißes Wasser tötet Kleinstlebewesen ab (dann aber bitte nicht mit der Hand in das heiße Wasser packen, haha), später reicht kaltes Wasser zum spülen.

 

 

Als nächstes habe ich mir ein sauberes Geschirrtuch genommen, in das Spülbecken gelegt, und den nassen Sand vorsichtig aus dem Eimer auf das Tuch gekippt. Bedenkt bitte, dass nasser Sand klebt und ihr eventuell einen Löffel oder sogar eine dritte Hand zur Hilfe benötigen könntet 😉  Dann habe ich mir alle Ecken des Tuchs geschnappt und nach oben gezogen bis ich ein Bündel fest hielt. Das überschüssige Wasser konnte so prima abtropfen. Ich habe das Tuch mit einer Hand oben feste gegriffen und mit der anderen Hand unten das Bündel versucht etwas zu drehen um so möglichst viel Wasser mit Hilfe des Tuchs aus dem Sand zu pressen. Alternativ könnte man das Tuch auch zu knoten und aufhängen und abtropfen lassen oder das ganze samt Tuch auf einen Sieb o.Ä. legen. Seid kreativ 😀

20160601_12145420160601_121537

20160601_121616
Das Wasser so gut es geht mit Hilfe eines sauberen Tuchs heraus pressen.

 

Backe, backe, Kuchen. Jetzt kommt der Sandkuchen. Hä? Ja genau. Den immer noch nassen Sand anschließend auf ein altes Backblech verteilen. Je dicker Ihr den Sand aufhäuft und je ungleichmäßiger Ihr ihn verteilt, desto länger wird der Trocknungsprozess im Backofen dauern. Ich habe den Sand mit einem kleinen Helferlein recht gleichmäßig und locker auf dem Blech verteilt. An der Stelle sei gesagt, Ihr könnt den Sand natürlich auch in der Sonne legen oder einfach an der Luft trocknen lassen! Aber für die Ungeduldigen unter uns, wie ich, geht es im Backofen am schnellsten. Je nach Temperatur im Ofen kann hier auch nochmal das Abtöten von Keimen und Kleinstlebewesen bewirkt werden. 
Meinen Backofen habe ich auf 70°C eingestellt bei Ober-Unter-Hitze. Umluft empfiehlt sich nicht, denn wenn der Sand fast trocken ist beginnen die Sandkörner unter Umständen durch den Ofen zu wirbeln! Damit die Feuchtigkeit besser entweichen kann, habe ich einen Kochlöffel in die Tür des Ofens geklemmt. Ca. alle 10 Minuten habe ich den Sand gemischt und wieder möglichst gleichmäßig verteilt. Man konnte gut beobachten wie der Sand am Rand immer schneller trocken wurde. Insgesamt hat der Sand bei mir 1 Stunde 25 Minuten im Backofen verbracht bis er wirklich komplett durchgetrocknet war. Die Einstellung der Temperatur könnt Ihr natürlich anpassen,- jeder Backofen arbeitet anders. Wie lang der Prozess bei euch dauert hängt natürlich auch von der Menge des Sandes ab und davon, wie gut dieser zuvor abgetropft wurde.

20160601_121735
Den Sand zum „schnellen“ Trocknen im Backofen auf ein altes Backblech geben und möglichst gleichmäßig verteilen.
20160601_121850
Je nach Backofen bei Ober-Unter-Hitze zwichen 50-70°C trocknen lassen. Alle 10-15 Minuten den Sand mischen und wieder gleichmäßig verteilen.
20160601_133536
Der Sand lässt sich mit dieser Methode vollkommen trocknen. Alternativ kann er aber auch an der Luft oder in der Sonne getrocknet werden,- dauert aber länger :P

 

Während der Sand im Backofen war, habe ich mir meine zwei Boxen geschnappt und schon mal grob überlegt wie ich die Deko anordnen möchte. Das ist für die späteren Arbeitsschritte ganz sinnvoll, dazu komme ich aber noch. Lasst euch nicht Irritieren das es zwei Boxen sind, ich habe zwei Kolonien erwartet! Eine Box = Eine Arena :) 

20160601_123537
Erste Überlegungen zur Anordnung der Deko erleichtern spätere Arbeitsschritte.

20160601_123550 20160601_123558

 

Da ich ggf. später noch ein externes Nest anschließen möchte, brauchte die Box noch eine entsprechende Bohrung. Je nach dem wie die materielle Beschaffenheit eurer Box ist geht das ganz simpel mit Hilfe eines Cutters, einer Schere, eines Bohrers oder wie bei mir mit einem Dremel. Passt bitte auf nicht zu viel Druck auszuüben da auch Kunststoff gerne mal bricht oder reißt! Leider ist mir das bei meiner ersten Box passiert. Aber Glück im Unglück,- ich kann die Box dennoch nutzen. 😀
(Da meine erwarteten Lasius niger zunächst mit Reagenzglas als Nest in die Arenen kommen werden, habe ich die Löcher knapp größer als meine Reagenzgläser  gefertigt. So kann ich die Löscher zunächst für zusätzliche Wassertanks nutzen bis später die Nester angeschlossen werden. )

20160601_17572720160601_181231

20160601_145316
Vorsichtig Löscher für eventuelle spätere Erweiterungen einarbeiten. Aber seid nicht zu ungeduldig sonst könnte das Material beschädigt werden. Arbeitet immer langsam und mit Geduld.

Nachdem Ihr fertig mit Bohren seid, wird es höchste zeit die Box mit klarem Wasser gründlich zu reinigen und zu trocknen.
Danach kann es los gehen mit dem Gießen des Bodengrundes. Da es sich hier um eine vorübergehende Arena handelt, habe ich mich für eine dünne, ca 1,5 cm hohe Schicht Gips entschieden. Den Gips habe ich recht zäh angemischt, also nicht zu flüssig, sodass ich sofort die Dekoelemente einstecken konnte und diese gleich eine gewisse Stabilität hatten. Der Gips hat schnell angebunden, also konnte ich auch die Steinchen vorsichtig darauf geben ohne das sie komplett versunken sind. Wer der Optik wegen Luftblasen im Gips vermeiden möchte, sollte die Box zwischen einfüllen des Gips und einsetzen der Deko vorsichtig Schütteln und Rütteln. So steigen die Luftblasen nach oben und der Gips legt sich absolut eben auf den Boden. Als die Deko meiner Vorstellung entsprechend positioniert war, habe ich den Sand hauchdünn, mit Hilfe eines Löffels, vorsichtig auf den noch feuchten Gips gestreut. Die Ameisen können sich später durch den Gips nicht eingraben und der Sand bleibt am Gips haften. Das gibt eine schöne Optik und die Ameisen können nicht den ganzen Sand bei Seite schaffen. Wer mag kann nach dem Aushärten des Gips den überschüssigen Sand auskippen. Ich hatte so sparsam mit dem Sand gearbeitet, das ich lediglich mit einem kleinen Pinsel die Steine wieder etwas vom Sand befreit habe, aber den ganzen Sand in der Box belassen habe.

20160601_192513
Nun könnt Ihr die Box ordentlich reinigen, trocknen und anschließend den Gips für den Bodengrund anmischen. Oder eben wie ich,- anmischen lassen :P

20160601_192717

20160601_192812
Nach dem groben Verteilen des Gips, die Box rütteln und schütteln um Luftblasen aus dem Gips zu bekommen.

20160601_192933 20160601_193904

20160601_194343
Sofort in den Nassen Gips die Dekoelemente einarbeiten und auf die feuchte Oberfläche den Sand dünn aufstreuen. Nach dem Trocknen kann überschüssiger Sand wieder ausgekippt werden.
20160601_221206
Nach dem Trocknen habe ich in die gebohrte Öffnung einen zusätzlichen Wassertank angeschlossen. Später wird an dieser Stelle ein externes Nest angeschlossen. Befestigt und abgedichtet habe ich das ganze mit einer Kombination aus Watte und einem Haargummi. Hier dürft ihr auch gerne wieder kreativ werden! :)
20160601_232520
Abschließend habe ich die oberen Ränder mit Paraffinöl bestrichen und zack,- Fertig waren zwei Arenen mit festem Bodengrund, Deko und zusätzlichem Wassertank der abgenommen werden kann und an der Stelle durch eine Erweiterung oder ein Nest ersetzt werden kann.