Bauanleitung einfache Wüstenarena

Diesmal geht es um den ersten Versuch eine einfach gehaltene Arena in Wüsten-Optik zu bauen. 

Wer sich lange Texte ersparen möchte, kann gerne zum unteren, bebilderten Teil der Anleitung weiter Scrollen. Wer sich unsicher ist und aus unseren Fehlern lernen möchte, liest den ausführlichen Bericht  😉

 

Materialien:

2x Glasbecken ohne Deckel (30x20x20) *das 2x erklärt sich im weiteren Verlauf*
Bohrmaschine mit Glasbohrer (Durchmesser 26mm)
2 x Rohrendstutzen
Styropor
Gips
Farbe
Sand
Spachtel
Pinsel
Silikon
Deko

Man kann eine Arena natürlich auch sehr minimalistisch einrichten, da viele Ameisen Arten keine
besonderen Anforderungen an diese stellen. Ich allerdings möchte auch ein bisschen was fürs Auge
des Betrachters haben und mich immer wieder an dem Anblick einer schön eingerichteten Arena
erfreuen. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, nicht bloß ein bisschen Sand als Bodengrund zu
nehmen, sondern mir die Arena ein wenig schöner zu gestalten.

Da ich noch nicht ganz genau wusste für welche Ameisenart diese Arena verwendet werden sollte,
stand für mich von Anfang an fest, dass ich definitiv dafür sorgen muss, dass die Arena erweiterbar
ist. Demzufolge musste ich erstmal schauen, dass ich Anschlusslöcher in die Seitenscheiben bekomme. Nach einigen Telefonaten mit Glasereien wurde mir dann allerdings doch schnell klar, dass eine Glaserei zum einen zu teuer ist und zum anderen mir auch keine Garantie dafür geben kann, dass das Glas nicht zersplittert. Somit hieß es dann: Dann muss ich, mit meinen beiden linken Händen, halt selbst ran…. Das kann ja was werden *schnauf*

Daraufhin habe ich mir im Internet zwei Diamantglasbohrer mit einem Durchmesser von 26mm bestellt.
Als diese angekommen waren bin ich natürlich mit voller Elan an die Sache ran gegangen, ohne mir große Gedanken über das WIE zu machen.
Ich mir also das erste Glasbecken genommen es auf die Seite gelegt, den Diamantbohrer in die Bohrmaschine eingespannt und auf der oberen Seite angesetzt.
Mit langsamer Drehzahl schien es so als würde es gut funktionieren, was es am Anfang auch wirklich gut tat. Aber dann kam es natürlich wie es kommen musste….
Als ich dann endlich durch war, konnte ich natürlich den Druck, auch wenn er nur sehr leicht war, nicht mehr von der Bohrmaschine nehmen und die Bohrmaschine –wie soll man es beschreiben…- dötschte auf das Glas welches daraufhin in alle Richtungen riss.
Oh war ich sauer! Ich war so von mir selbst angefressen, dass ich für den Moment keine Lust mehr hatte einen neuen Versuch zu starten. Meine Frau bekam meine Meckereien natürlich direkt mittels Sprachnachrichten über Whatsapp kund getan.
Für sie war das aber natürlich wieder ein gefundenes Fressen sich mal wieder über meine eigentlich so gar nicht vorhandenen handwerklichen Attribute zu amüsieren *Lach*
Zum Glück hatte ich ja aber noch ein zweites Glasbecken…
Nächster Tag, neuer Versuch….
Gleiche Prozedur, dieses Mal habe ich allerdings die Bohrmaschine auf dem unteren Glas angesetzt. Und siehe da – es hat funktioniert! Das Loch ist relativ sauber ausgebohrt *freu*
Jetzt das Glasbecken nochmal umdrehen und auf der anderen Seite das gleiche.

Da ich aber nicht direkt die Arena erweitern möchte bzw muss, werden die Löcher wieder mit Blindstutzen verschlossen damit die Ameisen nicht direkt die Flucht antreten können falls ihnen die Arena doch nicht gefallen sollte 😀 

Nachdem ich das Glasbecken dann noch von dem angefallenen Glasstaub gereinigt habe stand der Inneneinrichtung nichts mehr im Weg.

Die ersten Gedanken dazu habe ich mir gemacht mit der Frage, welche Art von Nest möchte ich
anbieten. Meine Entscheidung fiel dann auf die Variante aus Ytong. Danach gingen meine
Überlegungen in der Richtung weiter ob ich das Nest in der Arena integrieren möchte oder es eher
extern anschließen will.

Nach einigem hin und her viel meine Entscheidung auf ein integriertes Nest innerhalb der Arena.
Nachdem ich mich für ein integriertes Nest entschieden habe, fing ich zunächst an einen Ytong Stein
so zu bearbeiten wie ich mir das vorgestellt habe. (weitere Informationen und zur Bauanleitung meines Ytong Nestes gibt es hier)

Als mein Ytong Nest dann soweit fertig war und es an das einsetzen ging, wollte es mir aber so gar nicht mehr gefallen. Also wurde kurzfristig umdisponiert und das Ytong Nest wird dann im Nachgang extern angeschlossen.

Ohne Nest in der Arena hatte ich jetzt natürlich wieder ein wenig mehr Platz zur freien Gestaltung.
Als Hintergrund wollte ich etwas in Richtung Felsenformation und eher wüstenähnlich haben. Außerdem wollte ich zwei kleine Erhöhungen auf dem Boden haben.
Zum Modellieren und als Untergrund habe ich mich für Styropor entschieden, da es doch relativ leicht zu bearbeiten ist, grade für mich ungeschickten Bastler 😉
Das Styropor war dann auch relativ schnell so bearbeitet wie ich es haben wollte und nach einem ersten Probeeinsetzen hat es mir auch auf Anhieb gefallen. 

Als Farbe habe ich mich für eine Sandfarbe entschieden.
Diese habe in einem kleinen Becher mit Gips, und ein bisschen Terrariensand vermischt, damit die einzelnen Bauteile meiner Rückwand großzügig bestrichen und trockenen lassen.

Da die Farbe über Nacht gut getrocknet war, wurden die einzelnen Komponenten am nächsten Tag mit Silikon in die Arena eingeklebt und die Übergänge nochmals mit Farbe überstrichen.
Auf eine Versiegelung mit Epoxidharz habe ich in diesem Fall verzichtet, weil ich wie oben schon gesagt bei dieser Arena in Richtung Wüste gehen wollte und somit keine hohe Luftfeuchtigkeit bzw viel Nässe zu erwarten ist. Für die nächsten Arenen die ich bauen sollte und mich dann für feuchtere Habitate entscheiden werde, ist es auf jeden Fall sinnvoll alles mit Epoxidharz (oder ähnlichem) zu versiegeln, damit sich keine Feuchtigkeit hinter der Verkleidung einnisten kann und somit die Gefahr des Schimmelns reduziert werden kann.

Für den Bodengrund habe ich mir wieder die gleiche Mischung (Gips-Sand-Farbe) angemischt. Dieses mal aber wesentlich mehr und mit einem höheren Gipsanteil.
Allerdings stand ich hier dann vor einem kleinen Problem… ich hatte keinen passenden Behälter oder Eimer um die Masse anzurühren.
Letztenendes musste eine Salatschüssel aus Glas herhalten. Zu empfehlen ist diese Variante aber auf keinen Fall! Es ist relativ ungüstig, in einer Glasschüssel eine Masse mit einem Spachtel aus Metall zu verrühren, in der auch Sand enthalten ist. * ich glaube jeder kann sich denken das meine Salatschüssel ein wenig darunter gelitten hat…*
Die Masse habe ich relativ flüssig belassen, damit ich sie einfacher in die Arena gießen konnte.
Nachdem der erste Bodengrund eingefüllt war habe ich direkt noch ein paar kleine Holzverzweigungen als Dekoration mit in den Gips gesteckt.

Um richtig zu trocknen hat es dann 4 Tage gebraucht, in denen ich erstmal nicht weiter machen konnte.

Als alles wieder gut getrocknet war, habe ich dann eine dünne Schicht Sand einstreuen, was ich als eigentlichen Bodengrund haben wollte.

Hintergrund für eine Bodengrundierung aus Gips ist, dass die Tiere nicht in der Arena anfangen zu graben, der Sand aber auch nicht direkt auf dem Glasboden liegt.

Für meinen ersten Versuch gefällt mir die Arena doch ganz gut, vor allem wenn man meine zwei linken Hände bedenkt *lach*
PS: Eingezogen ist jetzt eine Kolonie Camponotus nicobarensis (Gyne + 20-30 Worker). Ich hoffe sie fühlen sich wohl. Zumindest erkunden sie schon die Arena und gehen fleißig ans Futter. Ich bin gespannt wie es weiter geht aber da werde ich in meinem Haltungsbericht weiter berichten.

 

Bebilderte Kurzanleitung:

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Als erstes werden optionale Anschlusslöscher in das Glasbecken gebohrt. Darüber können später Nest und ggf. Erweiterungen angeschlossen werden.
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!!Achtung!! Das Bohren in Glas geht schnell schief. Wer genauere Infos dazu braucht kann sich gerne über unser Kontaktformular an uns wenden!
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Nachdem das Becken gereinigt wurde, wurden die Löscher mit Blindstutzen wieder verschlossen. Die Anschlusslöscher werden in diesem Fall erst zu einem späteren Zeitpunkt benötigt.

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Als nächstes wurde aus Styropor ein HInterung / eine Landschaft geformt.

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Nachdem alles modelliert war wurde einmal die komplette Landschaft eingesetzt um einen letzen Kontrollblick darauf werfen zu können
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Im Anschluss wurde das Styropor vorsichtig wieder entnommen und mit einer Mischung aus Sandfarbe – Gips und Terrariensand großzügig bestrichen.
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Nach dem Trocknen konnte die Landschaft wieder in das Glasbecken modeliert werden und mit Silikon verklebt werden. Außerdem wurde eine Mischung aus Farbe, Gips und Sand als Bodengrund eingefüllt.
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Die Übergänge wurden nochmals mit Farbe bearbeitet. In den noch weichen Bodengrund wurden weitere Deko Elemente (Äste) eingesteckt.
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Nach erneutem Trocknen wurde noch eine dünne Schicht loser Sand aufgestreut. Und fertig ist diese Simple Arena :)